Wickel, Wickel, kleiner Stern… vor einigen Wochen hatte ich den Artikel über unsere Multifunktionstücher veröffentlicht. Heute soll es um unseren neuen Star im Shop gehen: das Turbantuch. Die meisten Dreadheads haben schon die ein oder andere Art von Dread-Turbanen gesehen. Aber was hat es eigentlich damit auf sich?

Der Turban in den verschiedenen Kulturen

Turban, der: ein Tuch, das auf schier unendlich viele Möglichkeiten um den Kopf, die Haare und/oder den Hals gewickelt werden kann. Je nach Kultur unterscheiden sich nicht nur die Arten, einen Turban zu tragen, sondern auch die Hintergründe.

In Europa wurde der Turban im Mittelalter mit einem sogenannten Wimpel gebunden. Das Baumwolltuch war als Dreieck geschnittenen und wurde beispielsweise zum Schutz bei Feldarbeiten um das Haar gewickelt. Dabei gab es kein „richtig“ oder „falsch“, sondern war an die äußeren Umstände angepasst. Verheiratete Frauen wickelten sich eine Haube (daher der Ausdruck „unter die Haube kommen“ ) und konnten sie mit Schleiern und weiteren Accessoires erweitern. Beim Adel hingegen war der Turban einfach chic. Später wurden die europäischen Turbane dann auch mit Federn und Juwelen geschmückt, so dass ein gravierender Unterschied vom „Bauern-Turban“ zum „Adel-Turban“, wie ich es mal nennen möchte, zu sehen war.

Aber schauen wir weiter zurück und verlassen Europa. Schon in der Bibel lassen sich Textstellen zum Turban finden. So wird im 2. Buch Mose beschrieben, dass das Gewand eines Priesters unter anderem aus einem Turban besteht. Der Turban war ein Symbol von Heiligkeit, Selbstrespekt und Autorität, so dass ein Fleck auf dem Turban als Charakterschwäche galt (wieso fühle ich mich grad ertappt?!).

Auch bei den Sikhs werden Turbane (sog. Pagri) aus religiösen Gründen getragen. Aus Respekt vor der Schöpfung Gottes schneiden sich die Männer weder die Bärte noch die Haare und tragen letztere unter dem besagten Turban. Auch für Frauen galt lange das Turban-Gebot, allerdings geriet es im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Ein Turban wird natürlich auch von anderen Inder_Innen getragen. Man sagt, dass man alle 15 Kilometer eine andere Art des Turban-Bindens findet.

Heutzutage begegnetet man auch in der westlichen Yoga-Szene Turban-Träger_Innen. Besonders im Kundalini-Yoga wird zu dem Tragen eines Turbantuches geraten. Dabei wird das Tuch so gewickelt, dass bestimmte Punkte auf der Stirn stimuliert werden, die die Konzentration und Klarheit fördern sollen. Aber auch hier finden wir das Symbol der Selbstachtung: das Anlegen des Turbans erfordert ein wenig Übung und Achtsamkeit, es ist ein Ritual, mit dem man sich selbst begegnet.

Bei den nordafrikanischen und arabischen Nomaden dient ein Turban, der bis vor das Gesicht gewickelt wird, zum Schutz vor Sand und Sonne. Weiter im Süden werden Turbane besonders von Frauen unter anderem so gebunden, dass sie als Unterlage für Dinge dienen, die auf dem Kopf getragen werden müssen. Aber es bleibt nicht bei dem praktischen Nutzen! Oftmals werden die Tücher so gebunden, dass kunstvolle Gebilde entstehen. Dabei hilft es, dass die Turbantücher nach dem Waschen mit Stärke behandelt werden.

Turbantücher für Dreads

Es gibt also eigentlich keinen Grund, kein Turbantuch zuhause zu haben! Je nachdem, wo man arbeitet, kann man seine Locs vor allem möglichen schützen (Frittenfett, Holzstaub, Sonne, Wind…), wenn man sie in ein Tuch wickelt. Unsere Turbantücher sind aus 100% Viskose und damit auch für VeganerInnen geeignet.

Für viele ist es auch eine Erleichterung, da ein Turban besonders lange Dreads zusammenhält und mittig zentriert. Dabei kannst du entweder die Dreads direkt einwickeln, indem du das Tuch über Kopf ansetzt, oder sie zu einem Bun oder Knödel drehst und dann erst den Turban wickelst.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt….

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