Eine wilde Mähne der Amazone oder ein gemütlicher Hippie-Look: Dreadlocks können unsere Persönlichkeit unterstreichen oder den Teil, den wir gern stärker zum Ausdruck bringen wollen, manifestieren. Der Traum von den individuellen Locs ist es, der uns alle, egal, ob du schon Dreadlocks hast oder sie dir wünschst, im Internet surfen lässt. Nicht nur Bilder, sondern auch Techniken und vor allem DreadstylistInnen werden in die Suchmaske eingegeben. Als ich vor Ionen von Jahren entschlossen hatte, dass ich gern Dreadlocks hätte, machte ich mich, wie alle, auf die Suche. Und wie bei vielen Angelegenheiten sieht man irgendwann den Filz vor lauter Dreadlocks nicht.

Neben verschiedenen Geschmäckern gibt es ein paar Basics, an denen du gute DreaderInnen erkennst. Im heutigen Artikel möchte ich dir deswegen eine Checkliste mitgeben, die dir hilft, dich im Wust von Angeboten von DreadstylistInnen zurecht zu finden.

Möge der Filz mit dir sein!

Deine Traum-Dreads

Du bist also nun im World Wide Web unterwegs. Die einen bieten ihre Dienstleistung privat an, die anderen gewerblich. Manche gehören einer Community an und viele sind eigenständig. Was alle gemeinsam haben sollten, sind gewisse Qualitätsstandards. Denn natürlich ist es wundervoll, wenn jemand seine Leidenschaft für Dreadlocks zum Beruf macht. Aber im Vordergrund solltest immer Du stehen. Du als KundIn.

Der Entschluss, Dreadlocks machen lassen zu wollen, hat meistens eine Vorgeschichte und eine Überlegungszeit von teilweise mehreren Jahren. Viele warten, bis sie die Ausbildung abgeschlossen haben, machen sich Locs als Zeichen eines neuen Lebensabschnittes oder wollen eine komplette Typveränderung. Das allein ist schon Grund genug, hohe Ansprüche haben zu dürfen.

Aber auch einfach grundlegende Dinge, die selbstverständlich sein sollten, sind manchmal ausschlaggebend, um gute DreadstylistInnen auszumachen.

Die Mär vom schnellen Filz und langer Länge

Einige DreaderInnen werben damit, dass du keinen Längenverlust der Dreadlocks erleiden wirst. Das kann auch tatsächlich sein, allerdings ist es nicht möglich, Dreadlocks einen gewissen Starter-Filz zu geben, um sich gut zu entwickeln und nicht einen Zentimeter durch die verwendete Technik zu verlieren. Man kann durchaus auf Volumen oder Länge filzen! Aber dass kein Fitzel Länge verloren geht, ist einfach nicht drin. So wie der schnelle Filz einfach nicht möglich ist. Filzen bedeutet, dass sich die Haarschuppen verkeilen und verknoten. Das braucht Zeit. Man kann den Prozess durch Shampoos unterstützen, aber niemals durch eine Filznadel. Lies in DIESEM Artikel genaueres darüber.

Solche oder andere Pauschalversprechen sind nicht möglich, weil Haare nunmal super individuell sind. Die Strukturen unterscheiden sich extrem, so dass die Haare unterschiedlich auf das Dreaden reagieren. Seriöse DreadstylistInnen werden dir also Möglichkeiten nennen und keine Versprechen machen – außer, dass sie ihr Bestes geben.

Chipsreste in den Dreads?

Dreaden ist eine Handarbeit. Ich gestehe: als ich das erste Mal Dreadlocks erstellt habe, habe ich ziemlich häufig einen auf die Finger bekommen. Zum einen von der Nadel, aber auch von Bine herself. Und, ich hasse es, das zuzugeben: sie hatte recht. Ich habe in eine Chipstüte gelangt, mir Chips zwischen die Kiemen geschoben und dann wollte ich die Dreadlocks weitermachen. Bäm. Schlag auf die Finger. Denn: das Fett von den Chips wäre in den Dreadlocks gelandet.

Chipsreste hören sich nun erstmal witzig an, aber warum schmieren dann so viele DreaderInnen noch andere Fette in die Haare? Es gehören weder Bier, noch Gurkenmasken, Honig, Wachs, Haarspray, Gummies, Klebstoffe oder andere organische / nicht organische aber eklige Substanzen in deine Dreadlocks. Narda. Denn prinzipiell gilt: alles, was rein kommt, muss auch wieder raus. 

Merke also: was du nicht in den Dreadlocks haben möchtest, sollte vorher nicht an den Fingern der DreaderIn gewesen sein. 

Von Einteilungen und Fortschritt

Auch wenn die Erstellung eine wunderbare Handarbeit ist, die man mittlerweile als traditionell bezeichnen kann, gibt es auch hier Fortschritte. Man weiß einfach mittlerweile, wie Dreadlocks nach vielen Jahren reagieren, wenn sie beispielsweise im Backstein-Muster erstellt wurden. Dieses Vorgehen ist heutzutage veraltet, da sich rausgestellt hat, dass Dreadlocks in einer Wabeneinteilung schöner fallen und besser in der Ansatzpflege sind, also leichter gepflegt werden können.

Auch überholt ist die Meinung, dass, je kaputter die Haare sind, der Filz umso besser und schneller kommt. Vor der Erstellung solltest du durchaus deinen Waschrhythmus anpassen, aber du musst deine Haare nicht auf Teufel komm raus zerstören. Gute DreadstylistInnen werden dir also niemals raten, deine Haare schön kaputt zu machen, sondern stattdessen ein silikonfreies Shampoo und einen Waschrhythmus mit größeren Intervallen empfehlen.

Eine Checkliste, wie du konkret und in Kürze gute DreaderInnen erkennst

    • du wirst ausgiebig beraten

    • für die Erstellung wird sich Zeit genommen

    • mehrere Techniken werden kombiniert, um ein optimales Ergebnis zu erzielen

    • ihr seid euch sympathisch - schließlich werdet ihr viel Zeit miteinander verbringen

    • es wird nicht schlecht über Andere gesprochen oder hergezogen

    • du bekommst zeitnah Antworten auf deine Nachrichten (in der Regel innerhalb von 48 Stunden)

    • bei einer gewerblichen Anmeldung der Arbeit als DreadstylistIn hast du als KundIn Anspruch auf eine Nachbesserung, falls deine Locs nicht halten, aufgehen oder andere Qualitätsverluste zeigen, die nichts mit deinem eigenen Verhalten zu tun haben (falsches Waschen, Verwendung einer Filznadel oder Ähnliches)

    • es werden ausschließlich mechanische Techniken angewendet und keine organischen Substanzen benutzt

    • es werden keine Pauschalversprechen abgegeben, wie das Vermeiden von irgendeinem Längenverlust oder Filz über Nacht

    • hygienisches Arbeiten und Auftreten

    • du hast auch nach der Erstellung eine zuverlässige AnsprechpartnerIn

    Qualitätsstandards der DreadFactory

    Bei der DreadFactory gibt es Qualitätsstandards, die ein möglichst langlebiges und schönes Ergebnis ermöglichen und einen schönen Start-Filz zum Ziel haben. Es gibt gewisse Regelungen, damit du als KundIn, genau weißt, worauf du dich einlässt und was du eben nicht bekommst. Zum Beispiel Chipsreste in den Dreads. Unsere DreadstylistInnen machen regelmäßig Fortbildungen, um immer auf dem Tütt zu sein und dürfen nur geprüfte Techniken verwenden. Als Zusammenschluss von professionellen DreadstylistInnen ist es uns einfach wichtig, dass wir einheitlich hohe Qualitätsstandards verfolgen, die jedes Mitglied einhalten muss.

    Wenn du gern einen Termin zur Neuerstellung oder Pflege ausmachen möchtest, schau auf unserer Dreadstylist finden Seite vorbei und lerne unsere Standorte in deiner Nähe kennen!

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